visites

2. Mai 2012

 

Philosophie und Wirtschaftspolitik

Seit sem Mittelalter

 

Einführung

Wie kann man eine triftige Zusammenfassung von einem so umfangreichen Thema niederlegen? Und warum sollte denn das Mittelalter als Ausgangspunkt sein? Auch wenn die Materie nicht erschöpfend behandelt werden kann, bei weitem nicht, so ist es möglich sich auf Standard-Autoren zu stützen, um in ein paar Sätze zu wiedergeben, was Philosophen, Theologen und Soziologen in ganze Buchbänder herausgearbeitet haben. Ein Vortrag sollte ebenfalls eine Debatte provozieren können. Diese Arbeit entstand nach einer langwierigen Dokumentationsanalyse und einer aufmerksamen Betrachtung der „Welt“ während meiner industriellen, sozialen und landwirtschaftlichen Beschäftigungen. Die hier unten ausgeführte Parteinahme wird manche unwohl stimmen und die Vorschläge werden auch noch weitere schockieren. Reaktionen sind erwünscht, damit unsere verkrustete Gesellschaft sich bewusst in Bewegung setzt und nicht nur passiv das aufbäumende „Erdbeben“ erleidet. Kommen wir nun zum historischen Startpunkt. Der Verfall Roms bedeutet für Europa das Verschwinden einer Zivilisation, sowohl auf der Kulturellen wie materiellen Ebene. „Die Karten werden neu vermischt“; daraus entsteht eine feudale Zivilisation, die sich radikal von den anderen unterscheidet. Es folgt eine Kettenreaktion von Wirtschaftspolitik und revolutionären Umständen, von der wir noch heutzutage die Wirkung bemessen können. Es geht hier darum die politische und wirtschaftliche Verhältnisse, die auf die philosophische Systeme – und umgekehrt – eingewirkt haben zu entblößen. Der Rahmen des Dramas ist nun aufgestellt; lassen wir die Akteure zu Wort kommen!

 

1 / Wenn das Schwert das Buch übernimmt

Im Europa des IV. und V. Jahrhundert unserer Zeitrechnung trifft eine Religion in vollem Aufschwung eine Abmachung mit den Barbaren, die ein Mittel suchen, um ihre Eroberungen zu berechtigen. Der Mythos von Tristan und Isolde begründet die Ideellen Werte eines feudalen Produktionssystem, damit die landwirtschaftliche Einnahmen durch den Frieden gesichert werden1: Lehnsherrschaftliche Rechte im Gegenzug von Huldigung. Unter Einfluss der Kirche wird die endogame Polygamie (Heirat innerhalb des Stammes) und die auf Sklaverei basierende Wirtschaft durch die exogame Monogamie und Leibeigenschaft als Produktionsweise ersetzt. Der Leibeigene ist unter der totalen Abhängigkeit des Feudalherren2, dessen Gut vom Oberherr bewilligt ist. Im Vergleich zum Vieh gleichwertigen Sklaven, bestehen die einzigen Rechte der Leibeigenen in Verkaufsverbot, Heiratsfreiheit und Kirchgang. Diese verleihen ihm ein Mindestmaß an Würde. Dennoch besitzt er keine Produktionsmittel und ist nach gut dünken fronbar. Die weitere Besonderheit dieser Feudalherrschaft besteht in der Einbeziehung des Klerus ins Lehnsverhältnis. Die Klöster des X. Jh. besaßen über hundert tausende Hektar Ackerboden, die sie zum Teil selbst gerodet hatten3. Weiterhin, hatten diese religiöse Institutionen eine weitgefächerte Vernetzung von spezialisierten Niederlassungen aufgestellt, die eine erstaunlich moderne Buchhaltung führten (Profit/Verlust Berechnung4, Kredite, usw.). Diese Wirtschaftspolitik führt zum Ziel, die von Gott geschenkte Reichtümer zu vermehren... zugunsten seiner irdischen Elite! Da außerhalb des Christentums die Priesterkaste über keine weltliche Macht besaß, wie kam es dazu, dass dieser religiöse Überbau einen signifikanten Teil des wirtschaftlichen Unterbaus übernehmen konnte? Der Klerus bekam große Domäne von den Karolinger zu roden. Dennoch waren schon die Weichen von Augustinus, Sohn eines Händlers, im V. Jh. gestellt, der ein Technologiebewunderer war5 und auch den Handelsprofit legitimierte. Auch der Individualismus verdankt ihm viel6. Die späteren Theologen stritten über das Thema Kredit, ohne dass ein endgültiger Standpunkt sich herauskristallisierte; Unklarheit, die das Bankensystem befördert und von dem der reiche Klerus profitiert hat. Die westliche Elite, geistliche und aristokratische, besitzt somit im XII. Jh. alle intellektuelle und wirtschaftliche Mittel, um einen Vorkapitalismus zu entwickeln, der fähig ist die Welt zu erobern. Es fehlt aber noch eine Schlüsselfigur, um ein zutreffendes Gesamtbild wiederzugeben: Die Bourgeoisie. Ein Kampf um die Macht wird sie entstehen lassen.

 

2 / Der interne Machtkampf

Im Laufe des IX. Jh. zerfällt die Macht der Karolinger, sodass der Klerus und die kleinen Adeligen zwei Jahrhunderte lang freie Hand haben. Aber das „Spiel“ wird ihnen verdorben, als der Konzentration- und die Zentralisierungstendenz von den Königen und großen Vasallen einsetzt7. Diese kontrollieren besser die wirtschaftliche Abhängigkeit ihrer Vasallen durch die Zuteilung von Ländereien. Sie übernehmen ebenfalls einen großen Teil der kirchlichen Güter. Der von seinen Domänen verdrängte Klerus nimmt die tüchtigsten Leibeigene mit sich, die die ersten Marktflecken um den Kirchen und Abteien bilden; daraus entstehen die Städte. Letztere sind zunächst mit den Gutsherren formal verbunden und erhalten dann eine königliche Anerkennung. Bei dieser wirtschaftlichen Konkurrenz hält der Klerus mit den klügsten Leibeigenen an die „Intelligenz“ fest, die die ersten städtische Zünfte gründet, wenn auch die landwirtschaftliche Produktion abgegeben werden muss. Dieser wichtige und dennoch kaum bekannte Vorgang wird die Bourgeoisie unter dem intellektuellen Einfluss der Religion setzen. Die Heuchelei wird somit befruchtet! Diese Verbindung ist viel enger verknüpft als jene die der Klerus mit dem Adel verbindet; weil die aufkommende Bourgeoisie mit dem religiösen Überbau im Kampf um die Profite gegen die Aristokratie verbündet ist. Diese erwirtschaftete Reichtümer ermöglichen die Bauten von Kathedralen, die als geistliche und weltliche Machtsymbole gelten. Die Bourgeoisie ist somit eine Produktion des Klerus, obwohl sie sich von ihrem Erzeuger durch die königlichen Stadtschutzbriefe befreien wird.

 

3 / Der Aufstieg einer neuen Klasse

Die Demographie ist während der XII. und XIII. Jh. rasant. Ein signifikanter Teil der Leibeigene wird befreit. Von dem Boden ausgestoßen, wandert er in die Städte, wo er die Plebejermasse von den Vororte stellt. Die bürgerliche Zünfte haben alles daran gesetzt, um sie vom einträglichen Handwerk auszuschließen. Diese rechtlose Masse dingt sich als Tagelöhner, um zu überleben8. Innerhalb der Zünfte löst sich eine Elite in Person des Händlers heraus. Seine Hauptfunktion besteht darin die Lebensmittel, die Kleider und die Baumaterialien für die Stadt zu besorgen. Er ist der wichtigste Austauschvektor für die Produkte mittels des Geldes. Auf die unsichere Wege konnte diese Beschäftigung zum Ruin führen. Nebst Brückengeld, diverser Zölle und den Gefahren konnten die Risiken von der Geldentwertung (unter Philipp der Schöne von Frankreich unter anderem) erhöht werden. Um dieses Problem zu lösen, führt die Hanse den Wechsel im XIII. Jh. ein. Das gesamte Handels- und Finanzsystem war sehr rentabel, denn die Banken des Spätmittelalters konnten große Profite aufhäufen, in dem Maße, dass sie die Könige finanzieren konnten (Die Fugger in Deutschland, Jacques Cœur in Frankreich). Die Bindung der Bourgeoisie mit der kaiserlichen oder königlichen Macht ist auf dieser Weise entstanden. Aber die Macht der Bourgeoisie ist noch schwach angesichts der Aristokratie, die noch die politische Hauptrolle spielt. Das Motto für die Bourgeoisie heißt: Kapitalzuwachs (Manufakturen und internationaler Handel) ohne offenkundige Politik zu betreiben. Sie möchte unentbehrlich für die miteinander im Krieg stehenden Königreiche sein: Das Geld als Kriegsmittel. In den anderen Weltteile, hat es keine solche Konkurrenz auf einen kleinen Raum gegeben. Außerdem, im osmanischen Reich und in China, war die Beschlagnahmung der Güter von Gemeinen und sogar Herrschaften keine Seltenheit. Zum Beispiel, als die private Metallgießereien im XI. Jh. enorme Zuwachsraten hatten, haben die Mandarine eine Gefahr für die Gesellschaftsstruktur gewittert. Sie ließen diese Produktion beschlagnahmen und verstaatlichen9, was wiederum das Aufkommen der Bourgeoisie verhinderte.

 

4 / Eine Klasse übernimmt die Macht

Nach dem informellen Aufstieg der Bourgeoisie, verschafft sie sich in Frankreich den Zutritt zu den staatskontrollierenden Funktionen durch den Paulette Edikt im Jahre 1604. Die kaufbare administrative Chargen (Steuereintreibung, Gerichtsbarkeit, usw.) werden Erbbar. Die geadelte Bourgeoisie kann somit eine politische Rolle spielen. In einem anderen Bereich werden die Wissenschaft und die cartesianische Philosophie dazu benützt, um an politischen Einfluss zu gewinnen, ohne die Aristokratie direkt anzugreifen10. In England, nach den langen Bürgerkiegswirren zwischen den verschiedenen Thronprätendenten und der Cromwell Episode, zwingt die Bourgeoisie und der kleine Adel den König die konstitutionelle und parlamentarische Monarchie anzunehmen. Ab dem Ende des XVII. Jh. werden die neuen politischen Institutionen der Wirtschaftsinteressen eine freie Bahn gewähren. Adam Smith wird den Liberalismus ein Jh. später theoretisch untermauern11. Spanien bleibt, wegen dem amerikanischen Gold festgefahren. Der Adel profitiert davon und hält die Einnahmen vom produktiven Sektor für überflüssig. Alle Fertigwaren werden gegen Gold importiert. Das Deutschland der Staatenvielzahl wird nie über den Handwerks- und Handelskorporatismus hinauskommen. Weder die Bauernkriege des XVI. Jh., noch der dreißigjährige Krieg, werden die politische Stellung der Einwohner ändern. Die Leibeigenschaft wird teilweise bis zum XIX Jh. aufrechterhalten. Dieser Zustand wird bis in den XX. Jh. Rückwirkungen haben12.

Zurück nach Frankreich. Die Bourgeoisie findet in der Wissenschaft ein Machtmittel. Doch hütet sie sich die cartesianische Rationalität für die menschlichen Beziehungen anzuwenden. Ihr genügt es den Technologiekatalog der „Encyclopédie“ als Druckmittel auf die Monarchie einzusetzen13. Nur Rousseau wird das Rationale der Erziehung und der Gefühle (die Psuchê) systematisch ausarbeiten14. In der Gliederung des politischen Existenziells (die Demokratie) um der Psuchê des Individums, ist Rousseau der Gründer der Bewusstseinsphilosophie, die Kant übernehmen wird, um die Erkenntnisphilosophie zu entwickeln, letztere aber von der rousseausche Konkretheit getrennt. Kant spaltet die Empfindung – Mittel zur Betrachtung der Phänomene – vom Verstand, der Konzepte erschaffen kann, wie das „Ding an sich“. Die Gedanken können die Objekte transzendieren, um zur Erkenntnis zu gelangen. Das kategorische Imperativ der Moral führt, mit Hilfe der Vernunft, zum menschlichen Fortschritt. Die Bourgeoisie befindet sich in einem Zwiespalt, zwischen der großen Bourgeoisie, die die Wissenschaftsgläubigkeit antreibt, um die freie Marktwirtschaft innerhalb einer parlamentarischen Monarchie durchzusetzen, und der kleinen, die subalterne Berufe ausübt (Handwerker, Schreiber, usw.). Weil Letztere die wesentliche Arbeit leistet und dennoch von dem Wohlstand ausgeschlossen ist, unternimmt sie eine radikale Kritik des politischen Systems15. Schließlich, wurde die französische Monarchie brutal von einer Finanzkrise und Lebensmittelengpässe gestürzt. Die kleine Bourgeoisie setzte diese Revolution, mit Robespierre als Leitfigur, durch. Mit seinem Sturz gewinnt die große Bourgeoisie die Oberhand. Sie wird alles daran setzen, um die politische und ideologische Monopolstellung zu gewinnen. Die „Geschäfte“ laufen wieder an! Und es ist logisch, dass der ideologische Schwerpunkt sich in Richtung Deutschland, Heimat des politischen Konservatismus, bewegt.

 

5 / Die lange Höllenfahrt

Der objektive Idealismus der französischen Revolution, die die Gesellschaft durch fleckenlose Ideale umwälzen wollte, ist gescheitert. Die geschäftetreibende Bourgeoisie hat die Macht übernommen und sie sucht die Ideologien, die ihren Vorrang gegenüber dem aus dem gleichen Stand stammenden Proletariat bestätigt. Sie bringt nun die Philosophen in Mode, die die cartesianische Rationalität angreifen, um angeblich das objektive Realitätsprinzip zu übertreffen. Schelling will den intellektuellen Aristokratismus mit geistreicher Intuition hervorheben, um sich von den Plebejern abzugrenzen16. Schopenhauer hält jede Fortschrittsbemühung und entsprechendem Verantwortungsbewusstsein für zwecklos, weil der Mensch so miserabel in aller Ewigkeit ist: „Denn ,ich danke Gott an jedem Morgen, dass ich nicht brauch' fürs Römische Reich zu sorgen' – ist stets mein Wahlspruch gewesen“17. Er bestreitet eine vom Subjekt unabhängige objektive Realität: Die ethische Probleme vollziehen sich in der Innerlichkeit des Individuums. Allein der „Wille“ kann eine Tat vollbringen, die beim monströsen Künstler in ästhetischer Genialität gipfeln. Laut Kierkegaard kann die Geschichte nicht mehr erkannt werden, weil ausschließlich die Subjektivität die Wahrheit verkörpert. Es ist auffällig, dass Heidegger und Sartre diese Verzweiflungsphilosophie im folgenden Jahrhundert übernehmen werden. Aber fürs Erste, als Reaktion auf den Klassizismus cartesianischen Einflusses, führen die Romantiker einen selbstmörderischer Lebensstil fort: Die pure Subjektivität als lyrischer Trieb. Sie sind meist unter den Jüngeren bourgeoiser Familien rekrutiert, weil sie von dem Erbe zugunsten des Älteren ausgeschlossen sind: Die Kapitalkonzentration sichert höheren Vermögenseinkommen, der sich für die Reicheren mit Industrieprofite vermehren. Das Irrationale der egozentrischen bourgeoisen Philosophie findet ihre praktische Anwendung im Wirtschaftsjungel, wo die Spekulation horrende Ausmaße annimmt. Man erzählt uns heute noch, dass diese wirtschaftliche Anarchie „naturgemäß“ sei. Einzig Hegel widerspricht diesem Konservatismus, weil er zeigt, dass die Freiheit aus der Dialektik entsteht. Der Widerspruch zwischen den politischen Ideologien führt zu einer Synthese nach einem Spannungszustand. Die nationalen Revolutionen von 1848 gründen die kommunistische Bewegung. Nach Saint-Simon und Fourier findet das Proletariat in Marx und Engels ihre Klassenkampftheoretiker. Sie halten Hegels Dialektik für einen Idealismus und wenden die Dialektik an die Geschichte der Wirtschaftsverhältnisse an. Dieser historischer und dialektischer Materialismus beschreibt, wie das Wirtschaftssystem den Kapitalisten profitiert, die das Proletariat ausbeuten: Produktionsverhältnisse, Arbeitsteilung, Mehrwert, usw. Dagegen verbirgt die universitäre Intelligenz die marxistische These, indem sie neue Wissenschaften erfinden, die ihre Ideologie untermauert. Somit taucht die Soziologie auf, die die Wirtschaft von dem sozialen Leben abkoppelt. Von Auguste Comte bis Max Weber, wäre die Menschheit von ihren jeweiligen Ideologien abhängig18 und nicht, wie Marx es behauptet, von ihren sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen. Die Soziologen werden die ersten Sozialgesetze von Bismark beeinflussen. In Frankreich werden die ersten sozialistischen Ministern einberufen. Die Sozialisten spalteten sich dadurch in einer kollaborativen und einer revolutionären Bewegung. Untersuchen wir nun die prophetische Dimension von Nietzsche und seinen religiösen Atheismus. Er ist das faszinierendste Beispiel literarischen Gedankenflugs, der aber von mangelhaftem philosophischen Niveau bezeugt, weil er keine Erkenntnistheorie aufbaut. Dennoch besitzt er ein antizipierendes Feingefühl und weiß was die parasitäre Intelligenz braucht, um eine rebellische Haltung einzuhalten, ohne sich konkret gegen das kapitalistische System zu erheben19. So auch die Franzosen Foucault, Deleuze, Onfray, usw. Laut letzterem aktuellen Modephilosophen20, wäre Nietzsche kein Antisemit, kein Egoismus und Kapitalismus Lobredner, kein Frauenfeind und auch nicht ein Verehrer der kriegerischen Zerstörung. Nietzsche gibt seinen Instinkten durch einen lyrischen Wortschwall freien Lauf, wo seine Aussagen sich von einem Buch zum Anderen widersprechen. Es ist kein Zuckerlecken wenn er verspricht, dass „an die Folgen der Lehre von Zarathustra Unzählige zu Grunde gehen [sollen], wohlan bis zur Selbstzerstörung“21. Wir sollten auch wie die Natur unmoralisch sein: alles ist erlaubt. Um dem Judentum und dem Christentum den Garaus zu machen, die die „Sklavenmoral“ propagieren, wertet er die Figur von Pontius Pilatus auf. Denn, „Wir, die freien Geister“, verachten die Herde. Wir sollen keinen Mitleid empfinden22. Er hasst die Juden, weil sie die Nächstenliebe erfunden haben. Ihr einziger Wert besteht darin, dass sie gute Kapitalisten sind, die man mit den preußischen Junker kreuzen sollte, um die Herrenrasse zu züchten. Die Arbeiter sollten auch keine Rechte besitzen: „Will man Sklaven, so ist man ein Narr, wenn man sie zu Herren erzieht“. Am besten, man solle die widerspenstigen Arbeiter durch Chinesen ersetzen23. Und im Zärtlichkeitsregister: „Wenn Du zur Frau gehst, vergiss die Peitsche nicht“. Es reicht nun mit diesem andauernden Wutanfall! Für diejenigen, die Details über Nietzsche lesen wollen, finden sie mehr als hundert Zitate in Lukacs Werk untersucht24. Laut Harich25, steht Hitler mit Nietzsche im Einklang, denn er hat 92 Mal in „Mein Kampf“ die Ideen von Nietzsche übernommen ohne ihn zu erwähnen26. Unter diesen Bedingungen, kann diese Vaterschaft der Naziideologie nicht verleugnet werden. Eine Lebensphilosophie entwickelt sich um die Jahrhundertwende. Indem Bergson eine differenzierte Zeitempfindung zwischen biologischer und physikalischer Natur vorgibt, beteiligt er sich an der Zertrennung von der einheitlichen und objektiven Weltgeschichte. Proust kann somit die verlorene Zeit erforschen. Die virtuelle Welt wird von Husserl ausgebaut, der sie in Klammer setzt, um sie besser zu beschreiben. Die von Kant ermittelte objektive und rationelle Erkenntnis ist zugunsten psychologischer Phänomene erledigt. Während er eine abstrakte Welt erschafft, weil sie zu naiv ist, um war zu sein, geht das „Geschäft“ und das Gemetzel des 1. Weltkrieg auf Hochtouren. Wir stoßen in der Irrationalität weiter mit Heidegger vor. Er reißt die Subjekteinheit zwischen dem Dasein und seiner Erfahrung in zwei. Da in „Keiner Zeit der Mensch so fragwürdig geworden [ist] wie der unserigen“, endet seine Verzweiflung im Nihilismus des nichtigen Menschen. Hitler appellierte ebenfalls an die Energie der Verzweiflung, um die Deutschen in die Nichtigkeit zu stürzen. Wir haben freilich noch nicht den ideologischen Abgrund erreicht, weil der Rassismus daran teilhaben will. Alles fängt mit dem Sozialdarwinismus an, der eine pseudowissenschaftliche Theorie entwickelt, die auf dem Kampf der Rassen untereinander basiert. Alle Wirtschaftsprobleme und Gesellschaftshierarchie werden durch die Gleichsetzung von Natur und Gesellschaft evakuiert27. Diese Aussage ist eine Dummheit erster Ranges, denn alle Naturrassen sind untereinander fruchtbar, wenn sie sich begegnen, bis eine neue Rasse in einem speziellem Biotop (Region+Klima) entsteht. Nur die verschiedene Spezies können sich nicht kreuzen. Darwins Ergebnisse sind leichtfertig gemäß einer erprobten demagogischen Methode verfälscht. So entwickeln sich nach Gobineau eine Phantasmagorie von Konzepte, die an Rassismus wetteifern. Woltmann : Da alle Rassen vermischt sind, muss eine Auslese die „Reinheit“ der Rassen wiederherstellt werden, insbesondere die germanische Herrenrasse. H. St. Chamberlain, großer „Streitkumpan“ von Wilhelm der II., wird der „offizielle Rassentheorie Lieferant“ des III. Reichs werden. Mit Hilfe der Mythenwelt setzt er das Aristokratische, germanischem Ursprungs, dem verjudeten und demokratischen Westen gegenüber. Nur die Germanen wären Kultur- und Zivilisationsträger. Er übernimmt Nietzsches „blonde Bestie“, dass die Welt beherrschen soll. Als Ersatz zum jüdisch-christlichen abstrakten Materialismus ruft er eine neue Religion aus, die die germanische Rasse feiern soll. Wir brechen hier mit diesem rassischen Taumel ab, um nur noch Rosenbergs Verherrlichung des „Führers“ (Hitler) zu erwähnen. Aber die „Biologie“ der Nazis ist ziemlich elastisch: Alle, die sich Hitler widersetzen, werden als Entartete angesehen, die man beseitigen muss, auch wenn sie biologisch „Reinrassige“ sind. Der Überfall Europas ist das Ziel der Wirtschaftspolitik des Führers, damit eine patentierte germanische Kaste herrscht. Somit waren alle Großunternehmen vom Staat (für die Kriegswirtschaft) gelenkt und es ist nicht verwunderlich, dass die SS der größte Industriekonglomerat vor dem Sturz in 1945 war. Zum Schluss soll hier nicht behauptet werden, dass die meisten Intellektuellen des XIX. und XX. an dem Naziprogramm kollaboriert haben. Doch muss festgestellt werden, dass, von Schelling bis Kierkegaard, der gesellschaftliche Fortschritt in Frage gestellt wurde28 und dass ein intellektueller Gewaltklimax mit Nietzsche erreicht wurde. Der Weg ist dann frei für den industrialisierten Massenmord.

 

6 / Das sowjetische Experiment

Marx und Engels hatten die dialektischen Markierungen des Klassenkampfes abgesteckt. Für den Marxismus gibt es keine Philosophie ohne Wirtschaftspolitik, und umgekehrt; die Wirtschaftspolitik beinhaltet einen philosophischen Grund. Die Sowjets machen sich nicht viel Sorgen über die Innerlichkeit des Subjekts. Gegen die Bourgeoisie, die die Naturgegebenheit des Kapitalismus behauptet, will eine Bewegung die Diktatur des Proletariats durchsetzen, um ihn zu zerstören. Es ist auch zu bemerken, dass die Arbeiterklasse noch wenig von der aufgeblähten Innerlichkeit des Christentums berührt war. Der Egoismus, Antrieb des bürgerlichen Kapitalismus, hatte noch wenig Einfluss auf die Arbeiter, die kollektiv dachten und handelten, um zu überleben. Die Pariser Commune misslang, weil die Machtverhältnisse zu ihrer Ungunst war. Nach einer bürgerlichen Revolution im März 1917 übernahmen im folgenden Oktober die Bolschewiki gewaltsam die Macht. Lenin wollte durch einen Staatskapitalismus29 zunächst mal sein rückständiges Land empor recken, um anschließend das Gleichheitsideal zu erreichen, „wo jeder nicht einen ausschließlichen Kreis der Tätigkeit hat, sondern sich in jedem beliebigen Zweige ausbilden kann“30. Die Wirtschaft soll zentral geleitet sein, um der hemmungslosen Lebensmittelspekulation während dieser Hungersnot den Einhalt zu geben. Er meint, dass der Sozialismus undenkbar ohne großkapitalistische Technologie sei31. Die damalige Bürgerkriegsumstände – von den kapitalistischen Länder unterstützt – machen diese Politik verständlich, weil die Industrie für den Anlagebau und die Rüstung dringend gebraucht wurde. Nachdem die „Weißen“ bezwungen wurden, liberalisiert die Kommunistische Partei die landwirtschaftliche und industrielle Kleinproduktion, die frei vermarktet werden kann. Die Kontrolle über die Großindustrie besteht weiter. Diese neue Wirtschaftspolitik (NEP) hat zu der Rentabilität der Produktionseinheiten beigetragen, die vormals von der Parteibürokratie gelähmt wurde32. Dank der NEP, konnte 1928 der Produktionsstand die Werte von 1913 erreichen. Weil die Kleinbürgerlichen am Meisten davon profitierten, hat Stalin, Lenins Nachfolger, 1930 die NEP aufgegeben, um alle Wirtschaftsbereiche, inklusive Kollektivierung der Landwirtschaft, zentral zu planen. Diese Richtlinie wurde bis 1989 befolgt und hatte die Kapitalkonzentration auf Großprojekte (Stromanschluss, Atomkraft, Rüstung, Maschinenbau für die Landwirtschaft, usw.) zur Folge. Die Verbrauchsgüter wurden dabei vernachlässigt. Die hemmende Wirkung des Bürokratismus und die in den westlichen Medien verherrlichten Konsumgüter können den Niedergang des sowjetischen Vorhabens erklären. Für diejenigen, die den Nazismus und den Kommunismus gleichsetzen: Jenseits einer grauenvollen Buchhaltung, muss gesagt werden, dass der Erste im Feuersturm bluttriefend endete und der Zweite sich in einer bürgerlichen Demokratie wandelte, als er sein Versagen feststellte. Wenn Hitler im Besitz der Atombombe gewesen wäre...

 

7 / Der triumphierende Kapitalismus und seine Rückfälle

Die Geschichte des dominierenden westlichen Kapitalismus ist bekannt. Die Ökonomen verschiedener Tendenzen haben eine quasi mathematische Wissenschaft davon machen wollen! Der Kapitalismus wird als ein abstraktes System angesehen, wo die Variablen (Finanz, Haushalte, Industrien, Devisen, usw.) in Gleichungen gesetzt werden, die die Wirtschaftsflüsse voraussehen sollen. Die Berechnungen der Wissenschaftler möchte weiß machen, dass der unendliche Zyklus von Wachstum und Krise, die die Arbeitslosigkeit und die Zerstörung der Natur verursachen, ein unveränderliches und... natürliches Phänomen sei! Mit der Wissenschaftlichkeit als Vorhängeschild, verbreiten sie eine vom Alten Testament herkommende Vorstellung: Eine Zeit für die fetten Jahre, eine Andere für Hungersnot, eine Weitere für den Krieg, usw.; sie können sich keinen menschlichen Fortschritt vorstellen, nur einen technologischen, entsprechend der bourgeoisen Philosophie des XIX. Jh.. Nur eine Minderheit von Ökonomen hat sich dieser Vision widersetzt33. Der schrankenlose Liberalismus, der die große Depression von 1929 verursachte, musste im Westen einer keynesianischen vom Staat gelenkte Wirtschaftspolitik weichen. Die südlichen Länder wurden dennoch weiterhin wild ausgebeutet. Es wurde den Kapitalisten gefragt ein bisschen weniger im Norden begierig zu sein, wenn auch sie im Süden alles raffen konnten. Der regulierende Staat mochte die Vollbeschäftigung durch Geld- und Haushaltspolitik erreichen damit die Wirtschaft durch den Konsum angekurbelt wird. Dieses Modell wurde bis in den Siebziger des vorigen Jh. gefördert. Nicht mehr das Angebot sondern die Nachfrage lenkt somit die Wirtschaft: „Verbraucht damit Ihr Jobs kriegt!“ Um den Markt zu erobern, besitzt der Markt zwei wichtige Werkzeuge: die Medien und die Philosophen der „Revolution der Begierde“. Durch das Fernsehen ist „jeder Mensch ein unbezahlter Heimarbeiter für die Herstellung des Massenmenschen“, der „Die Welt als Phantom und Matrize“ erfährt“34. Und er selbst geht zum schabloniertem Denkmuster – aber ja nicht Denken – über. Die virtuelle Manipulation wird zur Falle. In Bezug auf den technologischen Errungenschaften nannte Günther Anders die „prometheische Scham“ das Minderwertigkeitsgefühl des Menschen gegenüber der Maschine35. Indem sie den Menschen versklavt, ist die Technologie die Folgeerscheinung des Kapitalismus, dass die Welt beherrschen kann36. Dabei ist der Mensch nicht virtuell. Seine (unbewusste) Begierden sind von den Psychoanalytiker untersucht worden, damit er von seinem Lebenslauf bewusst wird. Doch haben Freud & Co die Sexualität zuungunsten der Klassenhierarchie, der Psuchê und der rationalen Gedankengänge überbewertet. So vegetiert man in einer ödipushafter Anschauung obwohl Clouscard gezeigt hat, dass sie seit... dem Feudalismus zweitrangig geworden ist37! Da sie sich mit den Emotionen laben, haben gewisse Psychoanalytiker sogar behauptet, dass die Volksmassen „produktive Begierden“ hätten38. Somit haben sie den Werbeleute gedient und auch dem Neofaschismus ein Trittbrett gelegt39. Laut ihnen, hätte der (schlüpfrige) Konsum auf die primäre und sekundäre Produktion Vorrang. Bei der andauernden Wirtschaftskrise ist das Volk von dem Genuss ausgeschlossen; enttäuscht, wendet es sich den Rechtsextremen, die ihm alles versprechen: Arbeit, Ausländerfeindlichkeit, Ordnung, usw. Indem er sich gegen alle Institutionen revoltierte, erledigte der Neukantianer Sartre das kantianische Universelle der Vernunft, wo das Bewusstsein nur von sich selbst bewusst ist40. Der (verzweifelte) Existentialismus von Sartre ist das Symbol der von ihrem geschichtlichen Grund ausgehöhlten Bourgeoisie (ehemals Kapitalbesitzerin). Sie sehnt sich nach einer (totalen) Freiheit innerhalb einer Mittelklasse, die in dem tertiären Sektor arbeitet. Zuletzt näherten sich seine Thesen deren der rechten Ideologen wie Raymond Aron41. Diese zwei Intellektuelle wurden von den anderen Prominenten gefolgt. Der Ethnologe und Strukturalist Lévy-Strauss hat die Welt in Kulturen zersplittert und versteift gesehen und dabei das Universelle erledigt. Foucault hat sich eine Spezialität gemacht, die Geschichte in spezifischen Scheiben zu teilen, die von ihrem wirtschaftlichen Zusammenhang isoliert sind42. Ab den Achtziger des letzten Jh. (Reagan et Thatcher Ära), verbreitet sich der wirtschaftliche Neoliberalismus, der von Friedman et von Hayek verkündet wurde. Mit Hilfe der Welthandelsorganisation (WHO), können die Kapitalisten den größten Teil ihrer Industrien ins Ausland verlegen, um von den sehr niedrigen Lohnkosten im Süden zu profitieren. Nietzsches Traum hat sich erfüllt! Die von Lévy-Strauss beschriebenen Nambikwara Indianer sind ausgestorben oder tragen Shirts mit Sportmarkenabzeichen. Um den Kapitalismus 2008 zu retten, haben sich die Staaten in dem Maße verschuldet, dass sie nicht mehr im Stande sind die Kredite zu erstatten43. Seit dem der Dollar 1973 nicht mehr an Gold angelehnt ist, können die Staaten einen fiktiven Reichtum schaffen, der keinen Bezug mit einer materiellen Produktion (Überbewertung der Dienstleistung) hat. Eine sehr große Depression steht vor der Tür.

 

8 / Diskussion

Wir werden hier nur die Themen angehen, die zur Debatte stehen. Meine These besteht darin die christliche Feudalherrschaft als den Ausgangspunkt des Kapitalismus anzusehen, der einen Machtkampf zwischen dem Klerus und dem Adel als Ausgangspunkt hat. Obwohl sie zuerst verbündet waren, lagen sie im Hoheitsstreit zwischen dem Vatikan et der Krone. Die Marxisten haben das Christentum zu einem ätherischen Idealismus beschränkt, der von der weltlichen Wirklichkeit abgeschnitten sei44. Im Gegensatz zu ihren orientalischen Kollegen haben die christlichen Theologen schnell mitbekommen, dass die Kirche die Produktionsmittel kontrollieren sollte. Sie hat es so weit gebracht, dass sie die Unterkaste „gezeugt“ hat, die den Kapitalismus entwickeln würde: die Bourgeoisie. Letztere hat sich von ihrer ursprünglichen materiellen Abhängigkeit befreit, ohne aber sich bewusst von dem christlichen Schemata zu distanzieren45. Die Bourgeoisie hat die vom Apostel Paulus beförderte Innerlichkeit benützt, um den Egoismus, Antrieb des Kapitalismus aufzublähen. Trotz der scheinbaren Endchristianisierung ist der Individualismus zuungunsten der kollektiven Pflichten in allen Schichten der Bevölkerung, besonders die Babyboomer, prägnant. Dieser christlich-bourgeoise Komplex hat die Kluft zwischen dem gegebenen Wort und den Taten, die Heuchelei, die Sektiererei, die Verheimlichung weiter entwickelt46. Die Theologen selber bekennen diese Erscheinungen47 ohne aber ihre Genealogie zu beschreiben. Sogar die atheistische Linken befolgen dieses Verhaltenssystem so sehr, dass sie ihr ursprüngliches Projekt vereiteln. Sie haben nicht die Notwendigkeit einer Philosophie verstanden, die die Innerlichkeit miteinbezieht, wie sie Rousseau vorgelegt hat. Obwohl sie an die wissenschaftliche Vernunft der historischen Dialektik appellieren, haben die Marxisten und ihre Ableger nicht ihre eigene Wurzeln untersucht und sind selber in einer Art Idealismus verfallen. Der Stalinkult ist ein krasses Beispiel dafür, von denen es noch weitere gibt. Am anderen Ende des politischen Feldes verherrlicht der Rechte Liberalismus die (christliche) Rationalität des Kapitalismus48. Diese Autoren übergehen einfach den Irrationalismus der Börsenmärkte, die Schuld an die Verletzung der Menschenwürde und an die Zerstörung von unserem Planeten ist. Der Kapitalismus ist nicht reformierbar und gehört zur letztmöglichen materiellen Konzentration, die wir seit dem alten Ägypten erlebt haben. Welche auch die Art von Kapitalkonzentration, ob privater oder staatlicher Art, sie endet in der Zerstörung der Menschen und der Natur. Diese „pyramidale“ Ära wird in einer politischen und wirtschaftlichen Implosion eingehen. Diese Aussage ist nicht ideologischer Art oder eine Überinterpretation von ein Paar deformierten Daten. Sie basiert auf gut untermauerten Tatsachen, die aber ignoriert wurden, weil der Wirtschaftsboom viel glaubhafter als die Wirklichkeit war49. Unter dem geopolitischen Gesichtspunkt gesehen, weil sich der Westen deindustrialisiert hat und er Nahrungsmittel importiert, ist es klar, dass die boomende Länder (BRICS) uns nicht weiterhin Fertigware und Lebensmittel billig verkaufen werden. Sie werden den Mehrwert erhöhen und die Lebenshaltungskosten der Bevölkerung verteuern. Dieser Wandel wird von mehr oder weniger starken Gewalterscheinungen, entsprechend der lokalen Gegebenheiten, begleitet sein. In Anbetracht der früheren politischen Gewalt – Bauernaufstände oder Revolutionen – ist der Machtkampf nie vorsätzlich, außer im Endstadium, organisiert worden. Die unerträgliche Unterdrückung der Mehrheit hat immer einen Spielraum für Gewalt aufstauen lassen und wie ein Zünder gewirkt. Die Befreiung Indiens durch die gandhische Bewegung ist bis heute die Ausnahme, auch wenn die Gewalt nach der Unabhängigkeit von den machtgierigen Anführern angeheizt wurde. Die Revolutionen in Tunesien und Ägypten sind noch zu jung, um sie als gewaltfrei zu betrachten. Zuletzt müssen die menschlichen Bedürfnisse in Anbetracht der Wünsche und der Möglichkeiten untersucht werden. Wir wissen alle, dass wir in den reichen Länder viel mehr verbrauchen als das unser Planeten vertragen kann (2,6 mal mehr in Europa). Noch vor 40 Jahre konnte das Problem als ungewiss gelten, doch nun ist es akut geworden. Desto länger wir Ausflüchte suchen, desto schlimmer wird die Gewalt sein. Indessen „rennen“ unsere Mitbürger hinter dem Geld her und behaupten, dass sie keine Zeit für Veränderungsgedanken und entsprechenden Taten haben. Sie verstehen (noch) nicht, dass diese „politische Zeit“ unbedingt nötig für sie und ihre Kinder ist. Sie sind von den Medien abgestumpft und wissen nicht wie sie die politische Sache angehen sollen, die sie an „Professionelle“ abgetreten haben. Andere meinen, dass eine „Cyberdemokratie“ den Willen der Weltbevölkerung als universelles Bewusstsein durchsetzen könnte. Beim näheren Hinsehen, betrachten sie die datentechnischen Mittel als Zweck. Sie begehen den großen Fehler zu glauben, dass eine virtuelle Intersubjektivität möglich sei und sie verneinen die Unauflösbare Verbindung von Körper und Intellekt. Es ist eine Art Flucht und, letztendlich, ein Versagen der zwischenmenschlichen Beziehungen, Flucht vor dem Nachbarn, der daneben wohnt. Die heutige Politik ist schon ein großer virtueller „Zirkus“, der die politische Komplexität glaubhaft machen will, indem sie uns mit einer Masse von Pseudoinformationen überschüttet. Davon überwältigt kann der Bürger kein neues „Projekt“ für die Welt ausdenken. Die sozialen Foren, die Gruppeninteressen (Gehälter, Frauen, Umwelt, usw.) und andere Wohltätigkeitsappelle lenken die bürgerliche Energie von der grundlegenden Politik ab. Zuletzt wollen sie sich nicht organisieren, weil die Frei-Zeit ihnen nicht lang genug erscheint. Wir leben in einer hedonistischen Gesellschaft, die von ihrer politischen Substanz ausgepumpt ist und die Genussmenschen vom Typ Herrn Onfray anbetet. Wir sind vom Titanic Syndrom befallen, wo die Passagiere erster Klasse weiter feierten, während das Schiff sank.

 

9 / Was tun?

Nicht wartend auf die „Sintflut“, wollen wir hier keinesfalls alles schwarz malen oder die „Pädagogik der Katastrophen“50 loben, aber einen glaubwürdigen Weg für eine bessere Welt vorschlagen. Es wird hier unten einen Leitfaden für einen neuen Gesellschaftsvertrag skizziert, inklusive politische, wirtschaftliche und ökologische Richtlinien. Die Merkmale einer Mitmenschlichen Bewegung sollen hier auch festgelegt werden. In einem Wort: Wir müssen aus der „pyramidalen“ Gesellschaft heraus, um eine netzwerkartige Gesellschaft aufzubauen.

Auf der Ebene der politischen Entscheidungsfindung, alleine partizipative und direkte Demokratie kann eine transparente und effiziente Politik gewährleisten, wie es die so funktionierenden Gemeinden beweisen (seit 40 Jahren im französischen Vandoncourt, Doubs). Für die höheren Ebenen wählen die Räte widerrufliche Delegierte unter bestimmten Bedingungen, die zu ermitteln sind.

Wissend dass, das kapitalistische System in sozialer und ökologischer Hinsicht mehr gekostet als er beigetragen hat, müssen alle Großunternehmen ohne Gegenwert beschlagnahmt werden. Die Kleinunternehmen und -industrien bleiben in privater Hand und die Behörden müssen für die Vielfalt des Angebots und für eine redliche Konkurrenz sorgen; die partizipative Demokratie ist ein gutes Mittel um die öffentlichen Ausschreibungen zu überwachen. Da die WHO Vereinbarungen aufgekündigt werden müssen und wissend dass, ein großer Teil unserer Industrie im Süden verlagert wurde, müssen die Behörden die primären und sekundären Sektoren neu gestalten, damit eine bessere Wirtschaftsautonomie erzielt wird. In einer zu erwartender anhaltender Weltwirtschaftskrise geht der Export sowieso „den Berg runter“. Der Staat muss die Industrieoligopole zerschlagen, außer in bestimmten Bereiche (Schwerindustrie, Bahn, usw.). Das gleiche gilt für die Serviceunternehmen (Medien, Reinigung, usw.). Diese Geschäftsbereiche werden aufgeteilt und von lokalen Behörden betrieben oder durch Konzessionen an Private transparent vergeben. Die Medien, frei von jedem Druck (Staat, große Inserenten), können endlich Informationen über eine maßvolle und zusammenhängende Gesellschaft verbreiten, die dauerhafte Tätigkeitsfelder ermöglicht. Die Debatten müssen aufgeschlossen sein, um Exzesse (extremer Ökologismus) zu bändigen. Die journalistische Deontologie sollte nach den Prinzipien der Vernunft und der Redlichkeit gehen. Ausschließlich Produkte, die fast komplett recyclingfähig sind, können hergestellt und von Kleinunternehmen repariert werden (Einschränkung der Patentrechte). Im Falle von schwer recyclingfähige Produkte (z. B. Elektronik), sollten die Behörden sie besteuern, damit die Verbraucher sie lieber gemeinsam benützen. Die Energieeinsparung muss konsequent durchgeführt und die öffentliche Verkehrsmittel befördert werden. Der Atomstrom muss zugunsten von erneuerbaren Energiequellen ersetzt werden. Die Einkommen sollten für gesunde Lebensmittel, korrekte Kleidung und Wohnung reichen. Obgleich Voltaire uns das Überflüssige für das Notwendige hat halten lassen, müssen wir verstehen, dass unser Komfort die Zukunft unserer Kinder in Frage stellt. Es ist illusorisch sich über die Milliardäre zu entrüsten, um mehr Einkommen zu fordern. Der Reichtum, selbst den der Mittelklasse im Norden, ist eine Plünderung der Armen im Süden und der Natur. All die zehntausend Milliarden Dollar sind in der Tat virtuell und existieren eigentlich nicht. Es ist sinnlos sich darum zu balgen. Es ist nicht damit gemeint, dass wir uns rationieren müssten, denn eine vernünftige Gehaltsskala entsprechend jeweiliger Motivation sollte möglich sein. Sobald die lebenswichtige Bedürfnisse gedeckt sind, ist es bekannt, dass das Glück sich nicht im Verhältnis zum Einkommen entfaltet, sondern proportional zur Intensität der zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Besteuerung soll die lokalen Produktionen und Serviceleistungen begünstigen, sodass sie den größten Teil ausmachen. Die Arbeitsbedingungen sollten von den Arbeitgeber und -nehmer mit der Partnerschaft des Gesetzgebers ausgearbeitet werden. Jede große neue Technologie, die eine Schwerindustrie benötigt, muss von einer Kommission bewilligt werden, die aus Politiker, Unternehmer, Arbeiter, Verbraucher, Wissenschaftler, Vereine zusammengesetzt ist. Im Bereich der Gesundheit sollten die Pharmaunternehmen zugunsten Alternativmedizin aufgelöst werden, außer für die schweren Fälle (Chirurgie, Krebs), die weiterhin Hightech Systeme einsetzen können. Das gesamte Gesundheitsnetz würde von einer Ethikkommission überwacht sein. Das präventive Gesundheitssystem sollte die medizinische Versorgung verringern. Die demokratische (lokale) Organen müssen von den Ausbildungsinstitutionen eine Rechenschaft verlangen. Denn, es sollten die wirtschaftliche Autonomiebestrebungen von den Schulen und Universitäten mitgetragen werden.

So lauten in ein paar Sätze das Projekt über das man sprechen und das man verbessern könnte. Um es zu verwirklichen bräuchte man eine gefeite Gruppe, die uns aus der politischen Apathie herauszieht. Es gibt viele Aktivisten, die den Schwachen Hilfe bieten, aber nur wenige, die ein operatives politisches Bewusstsein haben. Sogar die Parteigänger verbrauchen ihre Kraft in Detailfragen. Die Kämpfer der Mitmenschlichen Bewegung müssen sich darüber bewusst sein, welche schädliche Verhaltensmuster Gang und Gäbe in vielen Organisationen51 sind: „Egologie“, Vertuschung, Sektiererei, Machtgier, usw.. Frauen und Männer einer Bewegung, die nicht versuchen ihre eigene Menschlichkeit zu verbessern, obwohl sie den irdischen Paradies versprechen, diese Bewegung ist zum Scheitern verurteilt. Sie müssen sich ihren christlich-bourgeoisen Egoismus abgewöhnen, ohne den Reichtum ihrer Eigenart zu verlieren. Es soll nicht heißen, dass man als „unbestechlich“ vorgezeigt wird, aber sich selbst verbessern ist der einzige Weg, um einen fortschrittlichen politischen Kampf anzugehen. Indem man einen vernünftigen Rahmen den zwischenmenschlichen Beziehungen gibt, stellt Rousseaus Bewusstseinsphilosophie eine gute auszubauende Grundlage dar. Vor allen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekte ist hier ein menschlich-qualitativer Sprung – für sich selbst und die Anderen – zu mehr Brüderlichkeit verlangt. Das ist die eigentliche wirkliche Revolution : an sich selbst rütteln und seine egozentrische Faulheit zerschlagen bevor man dem Anderen Gewalt antut. Warum sollte diese Bewegung sich in der Anfangsphase auf lokale Aktionen konzentrieren (Gemeindewahlen)? Ein Fortschritt, ob politischer oder anderer Natur, kann nur das Ergebnis einer unmittelbarer Erfahrung sein, die einen Zustand negiert, um ihn zu überwinden. Im Gegensatz zu den links- und rechtsextreme Gruppen, die auf den Machtübernahmetag warten, um die Diktatur zum „Wohl des Volkes“ durchzusetzen, soll die Mitmenschliche Bewegung eine Partnerschaft mit redlichen Bürger verschiedener politischer Richtungen, außer rassistisch oder faschistisch, frei von jeglichem Klientelismus, aufbauen. Durch die Wahlen versucht sie die Macht im Gemeinderat zu übernehmen, um eine partizipative Demokratie in der Tat bis zur Mitbestimmung umzusetzen, wie sie im französischen Vandoncourt seit 1971 stattfindet. Die kommunale Ebene ist potentiell die demokratischste. Dieses in Schwung gebrachte System begrenzt den Größenwahn von gewissen Politiker und verleiht dem Normalbürger politische Mitverantwortung. Die nächste Stufe besteht darin, ein Netzwerk von mitbestimmenden Kommunen zu verwirklichen. Dann kommt die Frage der Machtübernahme auf nationaler und europäischer Ebene auf. Im Vergleich zu den früheren Erfahrungen wird die politische Entscheidungsfindung umgekehrt. Dieser Vorgang scheint schwieriger und langwieriger zu sein, aber diese demokratische Bewusstseinsbildung wird unweigerlich zum erhofften Resultat führen. Die Geschichte lehrt uns: eine Revolution auf die Schnelle scheitert. Eine agierende Minderheit, die für ein Projekt kämpft – ein paar % der Bevölkerung reichen aus –, kann die Zustimmung der Mehrheit für lokale und nationale Vorstöße bekommen. Welches Verhalten einnehmen gegenüber andere politische Parteien? Es gibt nur einen Feind, den man mit allen Mitteln niedermachen muss: die Rechtsextremen (das andere Extrem kann nicht demokratisch die Macht übernehmen), die wie Hitler sich sozial abgibt und gegen die Kapitalisten wettern, obwohl sie diskret von ihnen Geld erhalten. Sobald sie versucht an die Macht zu kommen, muss man ihnen mit allen gewaltfreien Mitteln beikommen, indem man eventuell für eine andere Partei wählt. Dennoch sollte nicht gemeint sein, dass man mit einer Partei ein Bündnis schließt. Im Gegenteil soll man sich von allen abgrenzen. Die Rechte ist dem großen Kapital hörig und die Linke betreibt Mitgeschäftsführung. Die Linksextremen machen sich nichts aus den kleinen und mittelständischen Unternehmen und wünschen sich eine allgemeine Verstaatlichung der Wirtschaft. Es sollte nicht schwer fallen das Aufgewärmte ihrer Ideen zu zeigen. Die Mitmenschliche Bewegung ist nicht zentristisch, weil sie radikal gegen das große Kapital kämpft, um das lokale Wirtschaftsleben zu fördern. Was nun mit der revolutionären Gewalt? Gandhi, der Apostel des Gewaltverzichts, meinte, dass die Gewalt unter bestimmten Bedingungen berechtigt sei. Lenin seinerseits erklärte, dass in einem fortgeschrittenen Land wie Großbritannien die Revolution gewaltfrei durchgeführt werden könnte52. Wenn gewaltfreie Methoden in Länder wie die unseren bevorzugt werden sollten, kann auch der (graduelle oder radikale) Zwang in Erwägung, entsprechend der Umstände (Stärkeverhältnis), gebracht werden. Auf welchen Gruppen kann die Mitmenschliche Bewegung sich stützen? Eine schwierige Frage. Die Bevölkerung ist noch nicht politisch bewusst, denn sie ist von konsumstiftenden Medien formatiert. Was noch an Aktivisten übrigbleibt, dass sich progressiv glaubt, ist eigentlich konservativ (Verteidigung der Sozialrechte) und fehlt an Vorstellungskraft und ist im Bereich der Geschichte der Wirtschaftspolitik ungebildet. Es handelt sich oft um ein links-konservatives Beamtentum oder um einen Klientelismus, der von öffentlichen Gelder abhängig ist. Um die Kader der Mitmenschlichen Bewegung zu organisieren, muss man sich auf die Aktivisten in den Vereinen stützen, die Konsumkritisch und frei von jeglichem Klientelismus sind. Sie sind sehr kritisch gegenüber den etablierten Parteien, inklusive auf lokaler Ebene. Sie müssen bei den lokalen Wirtschaftsakteuren (Handwerker, Bauern, Händler, mittelständische Unternehmen) das politische Bewusstsein bilden, indem sie zeigen, dass „der Kapitalismus sie bankrott macht, der ihnen die Hauptsteuerlast aufbürdet, aus ihnen Unterlieferanten macht und der die Verlagerung der Produktion durchsetzt. Somit beraubt er sie von ihrem Unternehmungsgeist, weil sie nicht einmal mehr ihre Produktionsmittel besitzen“53. Die Mitmenschliche Bewegung muss die mittelständische Unternehmen von „der staatlichen Unterdrückung des wilden Liberalismus befreien“54. Das Organisieren einer politischen Bewegung ist wichtig, damit die Kommunikation und die Aktionen effizient auf der Basis eines glaubwürdigen Programms durchgeführt werden können. Man darf nicht vergessen, dass die Erneuerung immer von einer Minderheit hervorgegangen ist. Die französische Revolution ist von der kleinen Bourgeoisie getragen worden, warum nicht die Nächste? Mehr als die anderen Klassen ist sie von den wirtschaftlichen Gegebenheiten bewusst. Zum Schluss, die freiwillige und mitmenschliche Einfachheit ist das einzige Mittel, um den Kapitalismus auszuschalten; Mindestbedingung, die eine politische und ökologische Zukunft ermöglicht. Dieser Kampf kann nur geführt werden, wenn wir von Interaktion zwischen unserem Determinismus und unserer Freiheit bewusst werden, das heißt, einen Ausgleich zwischen unserer Psuchê und dem Kollektiv finden. Unsere Lebensbedingungen werden diese revolutionäre Vorgehensweise auferlegen, weil Revolutionen nie provoziert werden; sie kommen auf einem zu. Die Frage ist: sind wir gut genug organisiert und haben wir den Mut die Verantwortung zu übernehmen?

 

1Traité de l'Amour-Fou (Trakt über leidenschaftliche Liebe), Michel Clouscard, 1993, S.47

2L'Être et le code (Das Sein und der Kodex), Clouscard, 1972, S.96

3Johnson, 2003, S.144.

4Duby, 1974, S.218

5De civitate Dei (Vom Gottesstaat), Buch XXII, Kap.24

6De libero arbitrio (vom freien Willen) III : I, in Kehr, 1916, S.602

7Geschichte der Institutionen vom Mittelalter bis 1789, Ellul, t. II, in L'Être et le code, Clouscard, 1972, S.88

8L'Être et le code (Das Sein und der Kodex), op.cit., S.146

9Reade, 1925, p. 108 in Stark, 2006, S.114

10L'Être et le code (Das Sein und der Kodex), op.cit., S.458

11Über den Reichtum der Völker, 1776

12Die Zerstörung der Vernunft, Lukacs, 1953, Kap.1

13L'Être et le code (Das Sein und der Kodex), op.cit., S.452 et 481

14Julie ou la nouvelle Héloïse (Julie oder die neue Heloise), 1760 et l'Émile ou de l'éducation (Der Emil oder über Erziehung), 1762

15Rousseau, 1755, Discours sur l'origine des inégalités (Abhandlung über die Ungleichheit); 1760, Der Gesellschaftsvertrag

16Die Zerstörung der Vernunft, op.cit., Kap.2/III

17Ibid, Kap.2/IV, S.162

18Ibid, Kap.6

19Ibid, Kap.3

20Onfray, 2008, Radio France Culture, « Die Entfremdung von Nietzsche » und « Wie kann man Nietzscheaner sein? »

21Nietzsche, 1885, Also sprach Zarathustra

22Nietzsche, 1889 (Posthum), Der Antichrist, Nr.24

23Nietzsche, 1888, Die Götzendämmerung

24Die Zerstörung der Vernunft, op.cit., Kap.3

25Harich, 1994, Nietzsche und seine Brüder

26Sandvoss, 1969, Hitler und Nietzsche

27Die Zerstörung der Vernunft, op.cit., Kap.7

28Ibid, Vorwort

29Lenin, 1918, Über „Linke“ Kinderei und über Kleinbürgerlichkeit, Kap.III

30Marx, 1846, Die deutsche Ideologie, 1) Geschichte

31Lenin, 1918, Über „Linke“ Kinderei und über Kleinbürgerlichkeit, Kap.IV

32Lenin, 1922,Über die Rolle und die Aufgaben der Gewerkschaften unter den Verhältnissen der neuen ökonomischen Politik, Kap.1

33F. Partant, 1981, La fin de développement – Serge Latouche, 1989, L'occidentalisation du Monde

34Anders, 1956, Die Antiquiertheit des Menschen, Die Welt als Phantom und Matrize

35Ibid, Über prometheische Scham

36F. Partant, 1981, La fin de développement (Das Ende der Entwicklung), Kap II – W. Sachs, 1996

37Traité de l'Amour-Fou (Trakt über leidenschaftliche Liebe), Michel Clouscard, 1993, S.93

38Deleuze et Guattari, 1972, L'anti-Œdipe (Der Anti-Ödipus)

39Clouscard, 1973, Néofascisme et idéologie du désir (Neofaschismus und die Ideologie der Begierde)

40Clouscard, 2005, Critique du libéralisme libertaire (Kritik des anarchistischen Liberalismus), S.86

41Ibid, S.261

42Benoist, Zeitung Le Monde, 21-25 August 1983, Le silence des intellectuels de gauche (Das Schweigen der linken Intellektuellen)

43Laboratoire Européen d'Anticipation Politique (Europäisches Labor für politische Zukunftsplanung) www.leap2020.eu

44Clouscard, 2005, Critique du libéralisme libertaire (Kritik des anarchistischen Liberalismus), III 3 C, S.341

45Ibid, II 2 C, p.297

46Familiengeheimnisse und andere Tabus, 2010, Résurgence Konferenz, Erhältlich auf Email-Anfrage

47Interview von Louis Schweitzer in Cloarec, 2011, Foi et politique (Glaube und Politik), S.75

48Stark, 2006, How christianism led to freedom, capitalism and western success, conclusion

49Club of Rome um 1970 ; Rifkind, 1980 ; Illich, 1965-1972 ; Partant, 1978 ; Berthelot, 2001 ; de Ravignan ; 2009

50Gemäß einem in Mode gebrachten Ausdruck von dem Ökonomen Serge Latouche

51Familiengeheimnisse und andere Tabus, 2010, Résurgence Konferenz, Erhältlich auf Email-Anfrage

52Lenin, 1918, Über „Linke“ Kinderei und über Kleinbürgerlichkeit, Kap.V

53Clouscard, 1996, These 74